Zeit frei bekommen für Passion Projects: So streamlined Antonia Fedder ihr Webdesign-Business

 
So findet Webdesignerin Antonia Fedder mehr Zeit für andere Projekte
 
 

Antonia Fedder ist eigentlich eher per “Zufall” in der Selbstständigkeit gelandet. Aber: Ihr erster Job war gleich ein “Riesending” für ein großes EU-Projekt - und nachdem sie Webdesign am Anfang “wie die Pest” gehasst hat, ist sie heute: Ganz verliebt darin!

So kann es also gehen! Eine Sache kam zur nächsten - und inzwischen hat sie für sich herausgefunden, mit wem sie am liebsten in ihrem Webdesign-Business arbeitet.

Und vor allem: Wie man - sobald es erstmal los geht - dann auch ZEIT für das findet, was das eigene Business voranbringt. (Oder - wie du im Interview lesen wirst, Zeit für Passion Projects lässt.)

Das ist nämlich gar nicht so einfach.

Antonia hat deswegen auf der vergangenen HALLO DESIGNER Online-Konferenz im Detail von ihren Erfahrungen berichtet. Das Thema des Panels, bei dem sie dabei war: “Keine Zeit… Wie kann ich mein Design-Business trotzdem weiterbringen?!”

Damit du sie aber auch kennenlernen kannst, obwohl du bei der letzten Konferenz nicht dabei warst, habe ich Antonia einige Fragen gestellt. 👀

Und: Wenn du bei der aktuellen HALLO DESIGNER Online-Konferenz am 27. + 28. September 2023 auch dabei sein möchtest, findest du hier die Tickets:

Los geht’s! 🚀


Antonia, erzähl doch mal, wie du in die Webdesignerei “reingeraten” bist!

“Hätte mir vor vier Jahren jemand gesagt, dass ich mal Hauptberuflich Webdesign mache, ich hätte es im Leben nicht geglaubt! 

Ich habe im BA Kommunikationsdesign studiert, und Webdesign habe ich wie die Pest gehasst. In meinem Master wurde ich darauf angesprochen, ob ich eine Projekt-Seite meiner Uni bei WordPress betreuen könnte. Ich hatte zwar keinen blassen Schimmer von WP, aber die Uni zahlte gut, und da YouTube wirklich alles erklären kann, nahm ich den Job an und lernte nebenbei ziemlich viel über WP. 

Nach meinem Abschluss jagte dann ein Zufall den nächsten. Ich wurde von der Projektleiterin eines großen EU-Projektes kontaktiert und aufgefordert, eine Bewerbung und Pitch für das Design des Projektes zu schicken - inklusive komplettem Branding, Entwicklung einer eigenen Font und der Website. Den Zuschlag bekam tatsächlich ich, 15 Minuten später hatte ich online meine Selbstständigkeit beantragt. 

Nach dem Job für die EU kamen neue Anfragen, und so stand ich sechs Monate später mit beiden Beinen fest in der Selbstständigkeit, in meinem Angebot nicht nur Branding und Strategie, sondern hauptsächlich Webdesign (in das ich mich mittlerweile total verliebt hatte).”

Aus dem Portfolio von Antonia Fedder

Aus dem Portfolio von Antonia


Du hast eine sehr besondere Positionierung. Wie kam es dazu und wie hat sich das bis jetzt entwickelt?

“Meine Positionierung entspringt auch eher als eine Mischung aus Zufall und der Entwicklung meiner eigenen Werte. 

Während ich in Berlin studiert habe, bin ich total auf den Werber-Zug aufgesprungen, habe für Werbeagenturen gearbeitet und war auf dem besten Wege, meine Seele zu verkaufen

Für meinen MA entschied ich mich für das komplette Gegenteil und landete in Dänemark, wo ich nachhaltiges Design (Design for Planet) studierte. Dort fing ich auch an, für kleinere Organisationen zu freelancen.

Als ich anfing mich mit meinen Zielen und meiner Positionierung auseinanderzusetzen, war schnell klar, dass ich eigentlich nur für Impact-Projekte arbeiten möchte. 

In Dänemark ist dafür der Markt und auch die Bezahlung allerdings weitaus profitabler als in Deutschland. Auch wenn ich weiterhin für internationale Kund:innen arbeite, war mein Anspruch, auch in der Szene in Deutschland Fuß zu fassen

Erst einmal nahm ich in Deutschland alles an Jobs an, was sich anbot. Jetzt nach knapp einem Jahr haben mir diese non-impact Jobs auch gezeigt, dass mir meine Arbeit mit einer speziellen  Berufsgruppe wahnsinnigen Spaß macht: Gründer:innen und Selbstständige. 

Ich arbeite wahnsinnig gerne sehr eng mit meinen Kund:innen zusammen, und viele kaufen weniger mein Angebot als die zwischenmenschliche Zusammenarbeit mit mir. 

Ich bin gerne Fairy-Godmother für Gründer:innen, die sich mit großer Leidenschaft ihren Ideen widmen, aber meistens sehr verloren sind, wenn es um die Entwicklung eines strategischen Design, Website oder ihrer Markenstrategie geht. 

Ich habe festgestellt, dass meine Stärke darin liegt, diese großen Prozesse einfach runterzubrechen und sie mit viel Gefühl anzuleiten, um die perfekte Tonality und Design zu entwickeln. Diese Arbeit auf Augenhöhe macht mir wahnsinnigen Spaß.

Ich habe mittlerweile meine Positionierung auf Impact und Gründer:innen zugespritzt, und plane, ab Sommer nur noch für Projekte in diesem Bereich zu arbeiten.”

Design von Antonia Fedder


Wie hast du deine ersten Webdesign-Kunden bekommen? 

“Wie schon oben erzählt, war mein erster Job eher Zufall und dann gleich so ein riesen Ding. Für den MA habe ich in der kleinen Stadt Kolding gewohnt, winzig aber durch ihren einzigartigen Uni Standort ein perfekter Nährboden für nachhaltige Organisationen, Startups & Co. 

Während des Studiums hatte ich angefangen, mich bei einer studentisch geführten NGO gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren und landete irgendwann auch im Vorstand für Design und Marketing. 

Untereinander sind alle nachhaltigen Organisationen eigentlich immer sehr gut vernetzt, und so baute ich mir mein eigenes Netzwerk an Menschen und Organisationen auf, die ihrer Arbeit nachhaltigen Impact widmen. 

Dänemark ist klein, und Mundpropaganda funktioniert. Meine Arbeit sprach sich rum und die Kund:innen kamen.

Hier in Hamburg gehe ich viel zu Gründer:innen Treffen und Events, um Networking zu betreiben und mir einen Namen in der nachhaltigen Startup Szene zu machen.”

 


Warum hast du dich entschieden, im Webdesigner Wunderland dabei zu sein?

“Mein Umzug nach Deutschland brachte viele Schwierigkeiten mit sich, vor allem für mein Business. Bürokratisch war das Ganze ein Albtraum, und auf einmal musste ich auch noch anfangen, Akquise zu betreiben. 

Ich habe gemerkt, dass in Dänemark vieles so vor sich hin lief, ohne dass ich es hinterfragt habe, so dass ich mir nie Gedanken um Prozesse, Marketing oder Finanzen machte

Ich habe einfach gearbeitet, die Kund:innen kamen ja. Nicht mal eine Website hatte ich - nach einem Jahr Arbeit als Webdesignerin! 

Ich wusste, dass ich mein Business komplett umkrempeln und aufräumen musste - fühlte mich aber wahnsinnig überfordert, diesen Berg an To Do’s anzugehen, neben meiner Arbeit und ohne Idee, wo ich starten sollte.

Als ich zufällig auf die Hallo Designer Konferenz kam und vom Wunderland erfuhr,war ich direkt angefixt. Die Entscheidung, dem Wunderland beizutreten, war einfach, und ich bin so froh, sie getroffen zu haben. Dadurch bekam ich einen Leitfaden, eine Community und persönliche Beratung von erfahrenen Kolleginnen, die genau durch denselben Dschungel schon gelaufen sind und von deren Erfahrungen ich lernen kann - genau was ich brauchte.”

Was sind ein paar der letzten Dinge, die du daraus umgesetzt hast? Und was hat es so gebracht?

“Ich habe schon so viel aus dem Wunderland mitgenommen, aber was mich am weitesten  gebracht hat, waren all die Learnings zum Thema Kundenmanagement & Prozesse

Bei mir läuft jetzt so viel mehr automatisiert, was vorher unnötig viel Zeit fraß: Verträge, Kostenvoranschläge, Kommunikation etc. 

Ein großer Nerv-Faktor für mich waren auch immer endlos lange E-Mail Feeds mit meinen Kund:innen, in denen ich ewig nach Infos suchen musste. Da jetzt alle Workflows in Asana angelegt sind, muss ich nicht mehr lange suchen, ich habe einen strukturierten Aufbau, der meiner Arbeit mehr Professionalität verleiht und Zeit spart. 

Ich bin ein absoluter Sucker für gute Struktur und clevere Prozesse - durch das Wunderland habe ich so viele tolle Tools implementieren können die mir nicht nur die Arbeit erleichtern sondern mich auch sehr glücklich machen 😁

Ich engagiere mich seit Jahren nonprofit für zwei NGO’s als Kreativdirektorin. Das sind meine Passion Projects, die ich auch weiterhin kostenlos betreuen können möchte. 

Die Umstrukturierungen, die ich dank dem Wunderland vorgenommen habe, führten direkt dazu, dass ich mehr Zeit habe, die ich bündeln und auf meine Passion Projects anwenden kann, und mir die finanzielle Übersicht geben, dass ich es mir auch leisten kann, diese Projekte zu unterstützen.


Im Panel der vergangenen HALLO DESIGNER Online-Konferenz hast du am 21. März 2023 mit anderen Designern darüber berichtet, wie du es schaffst, mit dem Faktor “keine Zeit” (den wohl alle Designer haben…) umzugehen. Wie räumst du dir Platz für die Arbeit an deinem Business frei?

Adaptability ist mein Zauberwort. Bei mir passiert immer sehr viel, deshalb muss ich flexibel bleiben, um mein Zeitmanagement und meine Projekte immer an neue Gegebenheiten anpassen zu können. Jede Woche nach demselben Schema zu arbeiten funktioniert für mich nicht. Prioritäten setzen (und sich daran auch zu halten lol), ist dabei das A und O.

Einmal die Woche fokussiere ich mich nur auf mein Business. Diesen Tag setze ich immer eine Woche im Voraus fest, um sichergehen zu können, dass er nicht mit wichtigen Deadlines kollidiert. 

Manchmal tendiere ich dazu, mein eigenes Business hinten anzustellen oder gleich zu vergessen. Wenn ich drei Kundenprojekte gleichzeitig mache, ist es auch okay, meine Business To Do’s eine Woche zu pausieren, aber generell versuche ich mir immer bewusst zu machen, wie wichtig und gut investiert diese Zeit ist. 

Kund:innen kommen nur, wenn meine Kommunikation, mein Marketing und mein Auftritt stimmen - sich darum zu kümmern und diese konstant up-to-date zu halten, kostet Zeit und Aufmerksamkeit, die sich später in gut bezahlten Projekten rentiert.

Alle Fragen die ganze Zeit nach guten Zeitmanagement-Tipps.  Hast du welche?

“Ich finde es sehr wichtig, immer einen guten Überblick zu bewahren, damit ich alle offenen Termine, To Do’s etc. in Themen oder Cluster einteilen und sortieren kann.

Während einer Deep-Work Phase mit Fokus auf ein Thema unbedingt Benachrichtigungen ausschalten. Nichts frisst mehr Zeit als ‘Hier nochmal ne Mail, da nochmal eine Whatsapp beantworten’.”

Was sind Tipps, die du gerne ein bisschen früher für dein Business bekommen hättest? Oder Erfahrungen, die dir lieber erspart geblieben wären?

Verträge schließen. IMMER Verträge schließen und Verträge die mir gesendet werden auch anständig prüfen. Ich habe anfangs viel zu schnell Vertrauen in mündliche Abmachungen gesetzt und wurde dann ein paar Mal ziemlich übers Ohr gezogen. 

Grenzen setzen mit Kund:innen, damit niemand auf die Idee kommt, mich Samstag Abend um 21:30 (leider öfter so passiert) anzurufen. 

Fragen und von Menschen lernen, die schon länger dabei sind. Ich schätze mich glücklich in einer Community von erfahrenen und frischgebackenen Designer:innen zu sein, wo jede:r ein offenes Ohr hat und gerne weiterhilft. Mit Konkurrenzkampf kann ich nichts anfangen, es ist Platz für alle und Designer:innen sollten sich gegenseitig unterstützen” 🫶

Wir haben uns total gefreut, dass du beim Panel auf der vergangenen Konferenz dabei warst, Antonia - vielen Dank!


→ Wenn du jetzt auch Lust auf die HALLO DESIGNER Online-Konferenz bekommen hast, dann sei am 27. + 28. September dabei!

Antonia ist zwar dieses Mal nicht dabei - dafür aber 8 andere coole Speaker, die direkt aus der Praxis über die besten Hacks für dein Design-Business 2.0 sprechen.

Hier kannst du dir das Programm angucken:


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